Linkbuilding: Netz aus verbundenen Seiten und Themen rund um einen zentralen Knoten

Was Linkbuilding heute bedeutet

Unter Linkbuilding versteht man alle Maßnahmen, die das Ziel haben, mehr und bessere Links von anderen Websites zu erhalten. Früher bestand das oft aus Masseneinträgen, Linktausch und Linkkauf. Diese Methoden sind riskant und wirken immer schlechter, weil Google manipulative Links zuverlässig erkennt und entwertet.

Seriöses Linkbuilding folgt einem anderen Grundsatz: Ein Link soll entstehen, weil er für die verlinkende Seite und ihre Leser einen Sinn ergibt. Das kann aus eigenem Antrieb geschehen oder weil man den richtigen Menschen auf einen passenden Inhalt aufmerksam gemacht hat. Google selbst beschreibt als Ideal Links, die redaktionell und freiwillig gesetzt werden.

Die Grundlage: verlinkenswerte Inhalte

Die meisten Linkaufbau-Kampagnen scheitern nicht an der Ansprache, sondern daran, dass es nichts gibt, worauf man gerne verweist. Eine Leistungsseite verlinkt kaum jemand freiwillig. Diese Inhalte werden dagegen häufig verlinkt:

Inhaltstyp Warum er Links bekommt Beispiel
Eigene Studien und Daten Journalisten und Blogger brauchen Zahlen „Wie teuer ist eine Handwerkerstunde in 50 deutschen Städten?"
Umfassende Ratgeber werden als Standardquelle zitiert ein vollständiger Leitfaden zum Heizungsgesetz
Werkzeuge und Rechner haben dauerhaften Nutzen Rechner für Heizkosten, Vorlagen, Checklisten
Grafiken und Übersichten lassen sich leicht einbinden Infografik zu Förderprogrammen
Expertenmeinungen ergänzen Berichte mit einer fachlichen Stimme Stellungnahme zu einer neuen Verordnung
Lokale Informationen werden von regionalen Seiten verlinkt Übersicht über Wertstoffhöfe in einer Stadt

Solche Inhalte nennt man auch Linkbaits. Mehr dazu im Beitrag zu Linkbaits.

Methoden im Überblick

Outreach

Man identifiziert Websites, für die ein eigener Inhalt relevant ist, und schreibt die Verantwortlichen persönlich an. Wichtig: Die Nachricht muss für den Empfänger einen Vorteil zeigen, nicht nur um einen Link bitten.

Schwache Anfrage: „Hallo, wir haben einen tollen Artikel zu Photovoltaik. Könnten Sie uns verlinken?"

Bessere Anfrage: „Guten Tag Frau Schulz, in Ihrem Beitrag zur Energiewende in der Region erwähnen Sie die Kosten für Photovoltaikanlagen mit Zahlen von 2021. Wir haben gerade eine Auswertung von 300 Angeboten aus dem Westerwald veröffentlicht, die aktuellere Preise zeigt. Falls das für Ihre Leser hilfreich ist, finden Sie die Daten hier. Gerne stelle ich Ihnen auch eine Grafik zur Verfügung."

Digital PR

Pressearbeit mit dem Ziel, in Online-Medien erwähnt und verlinkt zu werden. Grundlage sind meist Themen mit Nachrichtenwert: eigene Studien, Umfragen, Einschätzungen zu aktuellen Ereignissen. Ausführlich im Beitrag zur Digital PR.

Broken Link Building

Man sucht auf thematisch passenden Websites nach Links, die ins Leere führen, und bietet einen eigenen Inhalt als Ersatz an. Das hilft dem Betreiber, der einen Fehler beheben kann. Die Methode beschreibt der Beitrag zum Broken Link Building.

Erwähnungen in Links umwandeln

Viele Unternehmen werden im Web genannt, ohne verlinkt zu werden. Eine freundliche Nachricht an den Autor genügt oft, um aus der Erwähnung einen Link zu machen. Diese Methode hat meist die höchste Erfolgsquote.

Gastbeiträge

Fachartikel auf anderen Websites, meist mit Link zum Autor. Sinnvoll, wenn der Beitrag echten Mehrwert für die fremde Leserschaft bietet und die Website thematisch passt. Riskant, wenn Gastbeiträge nur als Vehikel für Links mit harten Ankertexten dienen. Mehr dazu unter Gastbeiträge.

Beziehungen nutzen

  • Hersteller und Lieferanten mit Händler- oder Partnerlisten
  • Kunden, die Referenzen oder Fallstudien veröffentlichen
  • Verbände, Kammern und Innungen
  • Hochschulen, etwa bei Kooperationen oder Stellenangeboten für Studierende
  • Vereine und Veranstaltungen, die unterstützt werden

Lokale Links

Für Unternehmen mit regionalem Bezug sind Links aus der Region besonders wertvoll: lokale Nachrichtenseiten, Stadtportale, Vereine, Wirtschaftsförderung. Der Beitrag zu lokalen Backlinks zeigt, wo man sie findet.

Expertenzitate

Plattformen, auf denen Journalisten Expertenstimmen suchen, oder direkte Kontakte zu Redaktionen führen zu Zitaten mit Link. Wer als Fachperson verlässlich schnell antwortet, wird immer wieder angefragt.

Ein Linkbuilding-Projekt planen

  1. Ausgangslage analysieren: Welche Links hat die eigene Website, welche die Wettbewerber? Wo liegen die Lücken?
  2. Zielseiten festlegen: Welche Seiten sollen gestärkt werden? Oft sind es nicht die Leistungsseiten direkt, sondern Ratgeber, die ihre Kraft über interne Links weitergeben.
  3. Inhalte schaffen oder verbessern: Gibt es verlinkenswerte Inhalte? Falls nicht, zuerst hier investieren.
  4. Zielgruppen definieren: Welche Websites, Medien und Personen sind relevant?
  5. Ansprache vorbereiten: Persönliche, auf den Empfänger zugeschnittene Nachrichten.
  6. Umsetzen und nachfassen: Eine freundliche Erinnerung nach einer Woche ist üblich, mehr nicht.
  7. Ergebnisse messen: neue verweisende Domains, Rankings der Zielseiten, Besucher über Links.

Aufwand realistisch einschätzen

Seriöser Linkaufbau ist Handarbeit. Die Antwortquoten bei kalter Ansprache liegen nach meiner Erfahrung oft im einstelligen Prozentbereich. Bei gut vorbereiteten Anfragen mit echtem Mehrwert sind sie deutlich höher. Wer mit wenigen Stunden im Monat Dutzende hochwertige Links erwartet, wird enttäuscht.

Methode Aufwand Qualität der Links Erfolgsquote
Erwähnungen umwandeln gering meist gut hoch
Partner und Lieferanten gering mittel bis gut hoch
Lokale Links mittel gut für lokale Rankings mittel
Broken Link Building mittel gut niedrig bis mittel
Outreach für Ratgeber hoch gut niedrig bis mittel
Digital PR mit Studie sehr hoch sehr gut schwankend, bei Treffern viele Links

Was man lassen sollte

Riskante Praktiken: Links kaufen, die Rankings beeinflussen sollen, Linktausch in großem Stil, private Blognetzwerke, automatisierte Verzeichniseinträge, Kommentarspam, Gastbeiträge mit identischen Ankertexten auf Dutzenden Seiten. Diese Methoden verstoßen gegen die Spamrichtlinien von Google. Die Folgen reichen von wirkungslosen Links bis zu manuellen Maßnahmen.

Kurz beantwortet

Wie viele Links sollte ich pro Monat aufbauen?

Eine feste Zahl ist nicht sinnvoll. Natürliche Linkprofile wachsen unregelmäßig, etwa mit Spitzen nach einer Presseveröffentlichung. Wichtiger als die Menge ist, dass jeder Link aus einer passenden Quelle stammt.

Soll ich die Startseite oder Unterseiten verlinken lassen?

Beides. Natürliche Links verteilen sich auf viele Seiten, mit einem Schwerpunkt auf Startseite und besonders nützlichen Inhalten. Über die interne Verlinkung lässt sich die Kraft dann weiterverteilen.

Kann eine Agentur Links garantieren?

Seriöse Agenturen garantieren keine Anzahl, weil redaktionelle Links immer von der Entscheidung Dritter abhängen. Wer eine feste Zahl verspricht, arbeitet oft mit gekauften Links.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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