Autorenseiten: Ratgeber-Dokument mit abgehakten Kapiteln

Warum Autoren sichtbar sein sollten

Google empfiehlt, bei Inhalten deutlich zu machen, wer sie erstellt hat, etwa durch eine Autorenzeile, die auf eine Seite mit weiteren Informationen verweist. Die Richtlinien für Search Quality Rater beschreiben, dass Rater nach Informationen über den Verfasser suchen, um Erfahrung, Fachwissen und Vertrauenswürdigkeit einzuschätzen.

Einen direkten Rankingfaktor „Autorenseite" gibt es nicht. Die Seite hilft aber auf drei Wegen:

  • Leser vertrauen einem Inhalt eher, wenn sie die Person dahinter kennen.
  • Suchmaschinen können Inhalte und Personen miteinander verknüpfen, besonders mit strukturierten Daten.
  • Externe Erwähnungen, Vorträge und Veröffentlichungen einer Person lassen sich der Website zuordnen.

Was auf eine gute Autorenseite gehört

Die Grundlagen

  • vollständiger Name und aktuelles Foto
  • Rolle im Unternehmen oder in der Redaktion
  • kurze Zusammenfassung der Fachgebiete

Nachweis der Kompetenz

  • Ausbildung, Studium, Zertifizierungen
  • Berufserfahrung mit Jahreszahlen oder Zeiträumen
  • Mitgliedschaften in Kammern oder Verbänden
  • Veröffentlichungen, Vorträge, Lehrtätigkeiten
  • Auszeichnungen, sofern echt und überprüfbar

Persönliche Erfahrung

Was hat diese Person in ihrem Fachgebiet erlebt? Welche Projekte, Fälle oder Stationen haben sie geprägt? Ein paar konkrete Sätze sagen mehr als eine Aufzählung von Schlagworten.

Verbindungen

  • Links zu Profilen auf Fachportalen, LinkedIn oder Xing
  • Verweise auf externe Veröffentlichungen und Interviews
  • Kontaktmöglichkeit

Die Inhalte der Person

Eine Liste der Artikel, die diese Person verfasst oder geprüft hat. So entsteht eine sichtbare Verbindung zwischen Mensch und Werk.

Die Autorenbox im Artikel

Nicht jeder Leser klickt auf die Autorenseite. Deshalb gehört eine kurze Autorenbox direkt in jeden Artikel, oben unter der Überschrift als Autorenzeile, unten ausführlicher:

Element Zweck
Name mit Link zur Autorenseite Verbindung herstellen
Foto Vertrauen, Wiedererkennung
Ein bis zwei Sätze zur Qualifikation Einordnung ohne Klick
Datum der Veröffentlichung und Aktualisierung Aktualität
Bei Fachthemen: geprüft von zusätzliche Absicherung

Strukturierte Daten für Autoren

Mit dem Schema-Typ Person lassen sich Autoren maschinenlesbar beschreiben. Im Artikel-Markup wird der Autor über die Eigenschaft author verknüpft. Google empfiehlt für Artikel, beim Autor mindestens den Namen und idealerweise eine URL anzugeben, die auf eine Seite über die Person verweist.

{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "Person",
  "@id": "https://www.example.de/team/anna-berger#person",
  "name": "Anna Berger",
  "jobTitle": "Fachanwältin für Arbeitsrecht",
  "url": "https://www.example.de/team/anna-berger",
  "image": "https://www.example.de/img/anna-berger.jpg",
  "worksFor": { "@id": "https://www.example.de/#organization" },
  "sameAs": [
    "https://www.linkedin.com/in/beispiel"
  ]
}

Die Eigenschaft sameAs verweist auf andere Profile derselben Person. So können Suchmaschinen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen, was auch für den Knowledge Graph relevant sein kann.

Stolperfallen

Erfundene Autoren: Stockfotos mit ausgedachten Namen und Lebensläufen sind nicht nur unseriös, sondern können rechtliche Folgen haben und zerstören Vertrauen, sobald sie auffallen. Wer keine Fachautoren hat, schreibt besser unter dem Namen des Unternehmens und benennt die fachlich verantwortliche Person.

  • Leere Profile: Nur Name und ein Satz. Das bringt kaum etwas.
  • Sammelautor „Redaktion": Für allgemeine Meldungen in Ordnung, für Fachartikel zu schwach.
  • Veraltete Angaben: Die Person hat das Unternehmen längst verlassen, ihre Artikel stehen aber weiter unter ihrem Namen, ohne dass jemand sie pflegt.
  • Keine Verbindung: Die Autorenseite existiert, wird aber aus den Artikeln nicht verlinkt.
  • Übertreibungen: Titel und Auszeichnungen, die sich nicht belegen lassen.

Kleine Unternehmen und Einzelpersonen

In kleinen Betrieben ist der Inhaber oft der einzige Autor. Das ist kein Nachteil, im Gegenteil. Eine ausführliche Seite über den Inhaber mit seinem Werdegang, seiner Erfahrung und seiner Arbeitsweise ist oft glaubwürdiger als eine anonyme Unternehmensseite. Autorenseite und Über-uns-Seite können dann zusammenfallen. Wie eine gute Über-uns-Seite aufgebaut ist, steht im Beitrag zur Über-uns-Seite.

Ein Beispiel für eine gute Autorenseite

Dr. Anna Berger, Fachanwältin für Arbeitsrecht

Anna Berger berät seit 2011 Arbeitnehmer und mittelständische Unternehmen in allen Fragen des Arbeitsrechts. Nach dem Studium in Mainz und dem Referendariat am Oberlandesgericht Koblenz war sie mehrere Jahre in einer Wirtschaftskanzlei tätig. Seit 2016 ist sie Partnerin der Kanzlei. Ihre Schwerpunkte sind Kündigungsschutz, Aufhebungsverträge und betriebliche Mitbestimmung. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein und hält regelmäßig Vorträge bei der Industrie- und Handelskammer.

Die Person im Beispiel ist erfunden.

Darunter folgen eine Liste ihrer Fachbeiträge, Links zu externen Veröffentlichungen und Kontaktmöglichkeiten.

Autoren und KI-Suche

KI-Systeme und Suchmaschinen versuchen zunehmend, Aussagen mit ihren Urhebern zu verbinden. Klar ausgezeichnete Autoren mit Profilen auf der eigenen Website und auf externen Plattformen erleichtern diese Zuordnung. Wer als Fachperson an vielen Stellen im Web mit einem Thema verbunden ist, stärkt damit auch die Glaubwürdigkeit der Inhalte, die er auf der Website des Unternehmens veröffentlicht.

Pflege über die Zeit

Autorenseiten veralten, wenn sie nicht gepflegt werden: neue Qualifikationen fehlen, Veröffentlichungen werden nicht ergänzt, ausgeschiedene Personen bleiben sichtbar. Eine Überprüfung einmal im Jahr, verbunden mit der Frage, welche Artikel noch betreut werden, hält die Seiten aktuell.

Kurz beantwortet

Braucht jeder Blogartikel einen namentlichen Autor?

Für Fachartikel und alles mit YMYL-Bezug ist ein namentlicher Autor sehr zu empfehlen. Für kurze Unternehmensmeldungen genügt oft das Unternehmen als Verfasser.

Soll ich Gastautoren eigene Autorenseiten geben?

Ja, wenn sie regelmäßig schreiben. Bei einmaligen Beiträgen reicht eine ausführliche Autorenbox mit Links zu ihren eigenen Profilen.

Wie viele Informationen sind zu viel?

Private Details gehören nicht auf eine Autorenseite. Relevant ist alles, was die fachliche Kompetenz belegt und Vertrauen schafft.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

Mehr über SEOKönig