Suchen „in der Nähe": Stadtplan mit Standort-Markierungen und einem Unternehmenseintrag mit Bewertungen

Wie Google „in der Nähe" versteht

Wenn jemand „Bäckerei in der Nähe" sucht, interpretiert Google das nicht als Suchbegriff, der auf einer Website stehen muss. Google versteht die Absicht: Der Nutzer möchte eine Bäckerei in der Nähe seines aktuellen Standorts. Google ermittelt diesen Standort aus:

  • dem Standort des Geräts, sofern freigegeben
  • der IP-Adresse, wenn kein genauerer Standort vorliegt
  • dem Standortverlauf und den Einstellungen des Google-Kontos
  • der zuletzt verwendeten Adresse, etwa in Google Maps

Anschließend zeigt Google passende Unternehmen, sortiert nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit, dieselben Faktoren wie bei allen lokalen Suchen.

Das Wort muss nicht auf die Website

Früher wurde manchmal empfohlen, „in der Nähe" in Titel und Texte zu schreiben. Das ist heute überflüssig und wirkt unbeholfen. Ein Satz wie „Ihre Bäckerei in der Nähe" beantwortet keine Frage, weil „in der Nähe" für jeden Suchenden einen anderen Ort bedeutet.

Stattdessen braucht Google klare Angaben, wo das Unternehmen ist und was es anbietet:

  • vollständiges Google-Unternehmensprofil mit genauer Adresse oder Einzugsgebiet
  • passende Kategorie
  • Adresse auf der Website und in strukturierten Daten
  • Leistungen und Produkte, die zur Suchanfrage passen

Warum die Entfernung hier besonders zählt

Bei Suchen mit „in der Nähe" ist die Entfernung zum Suchenden besonders gewichtig. Das hat Folgen:

  • Das nächstgelegene passende Unternehmen hat einen Vorteil, auch wenn es weniger Bewertungen hat.
  • Ein Unternehmen, das zwei Kilometer weiter weg liegt, braucht deutlich stärkere Signale, um trotzdem angezeigt zu werden.
  • Die Ergebnisse unterscheiden sich schon zwischen Stadtteilen erheblich.

Was man beeinflussen kann: Die Entfernung selbst nicht. Aber alles, was bei gleicher Entfernung den Ausschlag gibt: Kategorie, Bewertungen, Öffnungszeiten, Fotos, Website. Und in vielen Fällen liegen mehrere Anbieter ähnlich weit entfernt, dann entscheiden genau diese Faktoren.

Zusätze in „in der Nähe"-Suchen

Viele dieser Suchanfragen enthalten zusätzliche Wünsche:

Zusatz Was Google berücksichtigt
„geöffnet", „jetzt offen" die Öffnungszeiten im Profil
„heute", „am Sonntag" Öffnungszeiten und Sonderzeiten
„günstig", „preiswert" Preisangaben, Bewertungstexte, teilweise Preisniveau
„mit Parkplatz", „barrierefrei" Attribute im Profil, Inhalte der Website
„für Kinder", „vegan" Attribute, Beschreibungen, Bewertungen
„Notdienst", „24 Stunden" Öffnungszeiten, Kategorie, Leistungen

Wer die passenden Attribute im Profil setzt und die entsprechenden Informationen auf der Website nennt, hat bei solchen Suchen bessere Chancen.

Öffnungszeiten als unterschätzter Faktor

Bei Suchen nach „geöffnet" oder „jetzt" zeigt Google bevorzugt Unternehmen, die laut Profil in diesem Moment geöffnet haben. Falsche oder fehlende Öffnungszeiten führen dazu, dass ein Unternehmen in diesen Momenten nicht erscheint. Das gilt besonders für:

  • Feiertage, für die Sonderöffnungszeiten eingetragen werden sollten
  • Betriebsurlaub
  • abweichende Zeiten im Sommer oder Winter
  • Notdienste, die rund um die Uhr erreichbar sind

Mobilgeräte und Sprachsuche

Die meisten „in der Nähe"-Suchen finden auf dem Smartphone statt, oft unterwegs. Deshalb gilt:

  • Die Website muss auf dem Smartphone schnell laden und gut bedienbar sein, siehe Mobile SEO.
  • Telefonnummer und Adresse müssen sofort sichtbar und klickbar sein.
  • Wegbeschreibung, Parkmöglichkeiten und Eingang sollten leicht zu finden sein.

Sprachassistenten verarbeiten ähnliche Fragen: „Hey Siri, wo ist die nächste Apotheke?" Hier greifen die Assistenten auf Kartendienste zurück. Neben Google sind deshalb auch Apple Maps und Bing Places wichtig. Mehr dazu in den Beiträgen zur Sprachsuche und zu Bing Places und Apple Business Connect.

Was konkret zu tun ist

  1. Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen, mit genauer Kategorie und Leistungen
  2. Öffnungszeiten aktuell halten, einschließlich Sonderzeiten
  3. Attribute setzen, die zu häufigen Zusätzen passen
  4. Bewertungen kontinuierlich aufbauen
  5. Website für Smartphones optimieren, Kontaktdaten prominent
  6. Apple Business Connect und Bing Places pflegen
  7. Einheitliche Daten in allen Verzeichnissen

Wie viele Anbieter Google zeigt

Bei Suchen mit „in der Nähe" zeigt Google im Kartenblock meist drei Anbieter, in der erweiterten Kartenansicht deutlich mehr, sortiert nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Nutzer scrollen in der Kartenansicht oft durch mehrere Einträge und vergleichen Sterne, Fotos und Öffnungszeiten. Wer nicht unter den ersten drei steht, hat dort trotzdem eine Chance, wenn das Profil überzeugt.

Filter in der Kartenansicht

In Google Maps können Nutzer Ergebnisse filtern, etwa nach „Jetzt geöffnet", „Top-Bewertung" oder bestimmten Merkmalen. Unternehmen mit fehlenden Öffnungszeiten oder wenigen Bewertungen fallen dabei heraus. Vollständige Angaben im Profil sind deshalb nicht nur für das Ranking wichtig, sondern auch dafür, bei gefilterten Suchen überhaupt zu erscheinen.

Sonderfall Gewerbegebiete und ländliche Regionen

In ländlichen Regionen und Gewerbegebieten liegen Unternehmen oft weit auseinander. „In der Nähe" kann dort mehrere Kilometer bedeuten, und Google zeigt Anbieter aus einem größeren Umkreis. Das eröffnet Chancen für Betriebe außerhalb der Ortszentren. Wichtig ist eine exakte Markierung auf der Karte, damit Navigationsdienste zum richtigen Eingang führen, besonders bei großen Grundstücken oder Hinterhöfen.

Oft gefragt

Kann ich für „in der Nähe" in anderen Orten ranken?

Nur, wenn Suchende sich in der Nähe des Unternehmens befinden. Die Suche ist per Definition standortbezogen. Für Suchende in anderen Orten zählen Suchanfragen mit Ortsnamen und die organischen Ergebnisse.

Warum sehe ich bei „in der Nähe" andere Ergebnisse als meine Kunden?

Weil die Ergebnisse vom genauen Standort, teilweise vom Suchverlauf und vom Gerät abhängen. Ein Unterschied von wenigen Hundert Metern kann andere Ergebnisse liefern.

Hilft eine Seite namens „in der Nähe" auf meiner Website?

Nein. Sinnvoller sind klare Standort- und Kontaktinformationen und gegebenenfalls Seiten für die Orte, in denen das Unternehmen tätig ist.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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