Keyword-Dichte: Suchfeld mit verwandten Suchbegriffen und einer Übersicht zum Suchvolumen

Die Definition

Die Keyword-Dichte gibt an, wie häufig ein Suchbegriff im Verhältnis zur Gesamtzahl der Wörter in einem Text vorkommt. Die Formel ist einfach:

Keyword-Dichte = (Anzahl des Keywords ÷ Gesamtzahl der Wörter) × 100

Kommt der Begriff „Fensterreinigung“ in einem Text mit 800 Wörtern zwölfmal vor, liegt die Keyword-Dichte bei 1,5 Prozent.

Woher die Idee stammt

In den Neunzigerjahren bewerteten Suchmaschinen die Relevanz einer Seite zu einem großen Teil danach, wie oft ein Suchbegriff darin vorkam. Wer über Suchmaschinen dieser Zeit nachdenkt – ich habe damals selbst welche programmiert –, erkennt die Logik: Ohne Sprachverständnis ist die Wortzählung eines der wenigen verfügbaren Signale. Wer „Ferienwohnung Sylt“ dreißigmal in seinen Text schrieb, schlug damals zuverlässig den Anbieter, der es nur zehnmal tat.

Aus dieser Zeit stammt die Faustregel von zwei bis fünf Prozent, die bis heute in manchen Ratgebern und Plugins weiterlebt. Sie war schon damals eher Folklore als Wissenschaft und ist heute schlicht überholt.

Was Google heute tatsächlich macht

Google verwendet seit Jahren Sprachmodelle, die Bedeutung, Zusammenhänge und Synonyme verstehen. Ein Text über „Fensterreinigung“ wird auch dann als relevant erkannt, wenn er von „Glasreinigung“, „Fenster putzen lassen“, „Rahmen und Falze“ oder „streifenfreie Scheiben“ spricht. Google-Mitarbeiter haben wiederholt bestätigt, dass die Keyword-Dichte kein Faktor ist, auf den man achten sollte.

Das heißt nicht, dass Suchbegriffe egal sind. Es ist nach wie vor hilfreich, wenn der Hauptbegriff an den wichtigen Stellen steht: im Title, in der Hauptüberschrift, im Einstieg und dort, wo er natürlich hingehört. Darüber hinaus zählt die inhaltliche Abdeckung, nicht die Wiederholung.

Die Gefahr des Keyword-Stuffings

Wer versucht, eine bestimmte Dichte zu erreichen, erzeugt oft Texte, die unnatürlich klingen:

So bitte nicht

„Sie suchen eine Fensterreinigung in Koblenz? Unsere Fensterreinigung in Koblenz ist die beste Fensterreinigung für Koblenz. Die Fensterreinigung Koblenz von uns überzeugt durch Qualität.“

Solche Texte sind nicht nur für Leser abschreckend, sie werden von Google auch als Keyword-Stuffing erkannt. Die Spam-Richtlinien nennen diese Praxis ausdrücklich. Die Folge ist im besten Fall, dass die Seite nicht besser rankt, im schlimmsten Fall eine Abwertung.

Was statt der Dichte zählt

Vollständigkeit

Behandelt der Text alle Aspekte, die Suchende zu diesem Thema erwarten? Ein Text über Fensterreinigung sollte auf Häufigkeit, Kosten, Methoden, Besonderheiten bei verschiedenen Fenstertypen, Rahmen und Falze, Wintergärten und Glasdächer eingehen – je nach Absicht.

Themenverwandte Begriffe

Texte, die ein Thema gründlich behandeln, enthalten automatisch viele verwandte Begriffe und Entitäten. Das ist ein natürliches Signal für Relevanz. Welche Begriffe typischerweise dazugehören, lässt sich über die Analyse der Top-Ergebnisse ermitteln, wie im Beitrag WDF*IDF beschrieben.

Platzierung an den richtigen Stellen

Stelle Empfehlung
Title-Tag Hauptbegriff möglichst weit vorne
H1 Thema klar benennen, Hauptbegriff oder enge Variante
Erster Absatz Thema und Kernaussage sofort deutlich machen
Zwischenüberschriften Teilthemen und Fragen benennen, Varianten verwenden, nicht den Hauptbegriff wiederholen
Fließtext natürlich, wo er inhaltlich passt
Bildbeschreibungen wenn das Bild das Thema zeigt
URL kurz, mit Hauptbegriff, wenn es passt

Lesbarkeit

Ein Text, der sich gut lesen lässt, hält Besucher auf der Seite. Kurze Sätze, klare Gliederung und konkrete Beispiele sind wichtiger als jede Kennzahl. Mehr im Beitrag Lesbarkeit.

Ein praktischer Selbsttest

Lesen Sie Ihren Text laut vor. Klingt er, als würde ein Fachmann einem Kunden etwas erklären? Oder wiederholt sich ein Wort so oft, dass es auffällt? Ein zweiter Test: Ersetzen Sie den Hauptbegriff probeweise an einigen Stellen durch ein Pronomen oder eine Umschreibung. Wird der Text dadurch besser lesbar, war der Begriff zu oft enthalten.

Checkliste für einen natürlichen Text
  • Der Hauptbegriff steht im Title, in der H1 und im ersten Absatz
  • Zwischenüberschriften nennen Teilthemen, nicht immer wieder den Hauptbegriff
  • Synonyme und Umschreibungen wechseln sich natürlich ab
  • Der Text beantwortet alle wichtigen Fragen zum Thema
  • Kein Absatz enthält den Hauptbegriff mehrfach ohne inhaltlichen Grund
  • Laut vorgelesen klingt der Text wie ein Gespräch, nicht wie eine Liste

Was SEO-Plugins anzeigen

Plugins wie Yoast oder Rank Math zeigen bis heute eine Keyword-Dichte an und bewerten sie mit Ampelfarben. Diese Bewertung ist als grobe Warnung gegen extreme Werte gedacht, nicht als Zielgröße. Ein Text muss keine grüne Ampel haben, um gut zu ranken. Umgekehrt garantiert eine grüne Ampel nichts. Nutzen Sie die Anzeige höchstens als Hinweis, wenn ein Begriff auffallend oft oder gar nicht vorkommt.

Kurz beantwortet

Wie oft sollte ein Keyword im Text vorkommen?

So oft, wie es natürlich ist. Bei einem Text von 1.000 Wörtern kommt der Hauptbegriff in gut geschriebenen Texten oft drei- bis achtmal vor, zusammen mit vielen Varianten. Eine Vorgabe gibt es nicht.

Kann eine zu niedrige Keyword-Dichte schaden?

Wenn der Hauptbegriff gar nicht oder nur einmal ganz am Ende vorkommt, kann das die Einordnung erschweren. Das ist aber kein Dichteproblem, sondern ein Zeichen, dass das Thema nicht klar benannt ist.

Zählen Synonyme zur Keyword-Dichte?

In der klassischen Formel nicht. Für Google sind Synonyme und verwandte Begriffe aber genauso Teil des Themas – ein weiterer Grund, warum die Dichte keine sinnvolle Kennzahl ist.

Mehmet Oruc

Inhaber von SEOKönig · Ihr Personal SEO · Suchmaschinenoptimierung seit 30 Jahren

Informatikstudium, eigene Webkataloge und Suchmaschinen programmiert und verkauft, später Branchenportale, Onlineshops und rund 1.000 Webinstallationen für Kunden umgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet er intensiv mit KI-Systemen. Sein Schwerpunkt: komplexe Websites, die in vielen Städten und Themenfeldern gleichzeitig ranken müssen. Jeder Ratgeber entsteht aus dieser Projektpraxis und wird überarbeitet, sobald sich die Suchsysteme ändern.

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